Der Titel dieser besonderen, einmaligen Lesereihe in der INSELGALERIE ist eine Gedichtzeile des Lyrikers ŞafakSarıçiçek.
Es ist die erste Zeile seines Gedichts: Mnemosyne. Mnemosyne ist in der griechischen Mythologie die Muse oder Göttin der Erinnerung.
Um die Notwendigkeit des Erinnerns geht es in den Texten dieses Autor:innen-Schwarms, den wir im letzten Viertel des Jahres 2021 willkommen heißen.
Eintritt: 5 Euro/ermäßigt 3 Euro | Anmeldungen bitte unter: schwarm@inselgalerie-berlin.de

10.11.2021, Mittwoch, 19 Uhr
Sasha Marianna Salzmann
„Im Menschen muss alles herrlich sein“


Suhrkamp. 2021

In ihrem neuen Roman erzählt Sasha Marianna Salzmann von Umbruchzeiten, von der »Fleischwolf-Zeit« der Perestroika bis ins Deutschland der Gegenwart. Sie erzählt, wie Systeme zerfallen und Menschen vom Sog der Ereignisse mitgerissen werden. Dabei folgt sie vier Lebenswegen und spürt der unauflöslichen Verstrickung der Generationen nach, über Zeiten und Räume hinweg. Bildstark, voller Empathie und mit großer Intensität.

Sasha Marianna Salzmann wurde 1985 in Wolgograd geboren. 1995 emigrierte sie mit ihrer Familie nach Deutschland. An der Universität Hildesheim studierte sie Literatur, Theater und Medien und Szenisches Schreiben an der Universität der Künste Berlin. Seit 2013 ist sie Hausautorin des Maxim-Gorki-Theaters und Leiterin des „Studio Я“ des Maxim-Gorki-Theaters. Ihre Theaterstücke werden international aufgeführt und sind mehrfach preisgekrönt, zuletzt erhielt die Autorin den Kunstpreis Berlin 2020. Ihr Debütroman Außer sich wurde ebenfalls mehrfach ausgezeichnet.
Quelle: Suhrkamp Verlag

16.11.2021, Dienstag, 19 Uhr
Tanja Dückers
„Hannes und Greta“


Verlag Literatur Quickie 2021

Von Tanja Dückers erscheinen in diesen Tagen gleich zwei neue Bücher. In die INSELGALERIE wird sie „Hannes und Greta“ mitbringen. Ihre Erzählung wird dann gerade in dem soeben mit dem Deutschen Verlagspreis ausgezeichneten Verlag Literatur Quickie erschienen sein. Tanja Dückers Quickie wird für uns eine Überraschung. Wie gewohnt, meldet sich die Autorin zu brisanten, aktuellen Themen zu Wort.

Tanja Dückers ist 1968 in Berlin (West) geboren. An der Freien Universität Berlin und der Universiteit van Amsterdam studierte sie Germanistik, Niederländisch, Nordamerikastudien und Kunstgeschichte. Bereits während des Studiums veröffentlichte sie zwei Lyrikbände. Seit dem Ende ihres Studiums lebt sie als freie Autorin und Schriftstellerin in Berlin. Lehraufträge und Stipendien führten sie immer wieder in die USA, aber auch nach Großbritannien, Spanien, Frankreich, Tschechien, Polen, Rumänien und in skandinavische Länder. Doch zu jeder Zeit befand sich ihr Wohnsitz in Berlin.
Sie hat zahlreiche Romane und Essaybände veröffentlicht, darüberhinaus Lyrik, Kinderbücher und Theaterstücke. Sie erfand eine Geheimschrift und kreierte eine eigene Schokoladenedition: Preussisch Süß-Berliner Stadtteilschokolade.
Dückers äußert sich zu gesellschaftspolitischen Themen und ist auf vielen Podien im In- und Ausland vertreten. Sie ist Mitglied im PEN, bei Amnesty International, bei Weiter Schreiben. Ein Portal für Literatur und Musik aus Krisengebieten sowie der Christa-Wolf-Gesellschaft. Sie lebt mit ihrer Familie in Berlin.

18.11.2021, Dienstag, 19 Uhr
Grit Lemke
„Kinder von Hoy: Freiheit, Glück und Terror“


Suhrkamp, 2021

Die Autorin Grit Lemke, die schon mit ihrem Grimmepreis-nominierten Film Gundermann Revier einen tiefen Blick in das Leben ihrer Heimatstadt Hoyerswerda geworfen hatte, arbeitet nun die Biografie ihrer komplexen Generation auf. In einem dokumentarischen Roman verschränkt sie virtuos die Stimmen der Kinder von Hoy zu einer mitreißenden Oral History.

Quelle: Suhrkamp-Verlag

Grit Lemke wurde 1965 in Spremberg/Niederlausitz geboren und wuchs in Hoyerswerda auf. Nach einer Baufacharbeiterlehre und Arbeit im Theater- und Kulturbereich studierte sie von 1987-1993 Kulturwissenschaft, Ethnologie und Literatur und wurde 1999 in Europpäischer Ethnologie an der Humboldt-Universität Berlin promoviert.
Sie arbeitete für Filmfestivals, darunter das DOK Leipzig, kuratierte zahlreiche Filmreihen, war Mitautorin von Drehbüchern und Film-Dramaturgin und lehrte an verschiedenen Hochschulen.
Ihr Dokumentarfilm „Gundermann Revier“ (2019) war für den Grimme Preis nominiert. Im gleichen Jahr veröffentlichte sie den Gesprächsband „Unter hohen Himmeln. Das Universum Volker Koepp. Gespräche und Reflexionen.“ Grit Lemke lebt heute mit ihrer Familie in Berlin und Hoyerswerda.

14.12.2021, Dienstag, 19 Uhr
Katja Winkler
„Die Schöne Jugendzeit“


Leipziger Literaturverlag

Katja Winkler erzählt von Frauen und ihrem Miteinander, aber auch von Männern, die ihnen verbunden sind. Frühe Verletzungen, die Suche nach Eigenständigkeit und die Lust am Leben bestimmen ihren Weg von den späten achtziger Jahren in der DDR bis in die Gegenwart.
Leipziger Literaturverlag

„Katja Winkler erzählt von dieser Welt der Künstler [in der DDR], die Lebenskünstler sein mussten…in allen großen Städten gab es diese Szene der Abtrünnigen, die nicht immer auch Aufmüpfige waren, die einfach nur den Mut fanden, ein möglichst selbstbestimmtes Leben zu führen, um nicht alles zu verraten, was in ihnen lebendig war. Doch das war alles andere als Bohème. Und es war auch keine verschworene Gemeinschaft. Auch nicht die warme Kuschelgemeinschaft, die so gern im Rückblick auf die DDR beschworen wird. Was schon deshalb nicht möglich war, weil das Land auch an Sprachlosigkeit litt. Sprachlosigkeit, die sich bis in die persönlichsten Beziehungen fortpflanzte und selbst die Liebesbeziehungen prägte.“
Ralf Julke „Leipziger Zeitung“

Katja Winkler: 1960 geboren in Berlin, Germanistik-Studium in Leipzig, Arbeit als Dramaturgin und Mitarbeiterin in Literatur- und Theaterprojekten. Zahlreiche Veröffentlichungen von Gedichten und Erzählungen in Literaturzeitschriften und Anthologien. Textfassungen für das off-Theater. Mehrmalige Förderung durch die Stiftung Kulturfonds und den Berliner Senat. Im LLV bereits erschienen: “Die besten Jahre” (Gedichte).

Die Zeichnungen im Buch sind von der Berliner Künstlerin Susanne Schüffel.

Susanne Schüffel: geboren 1967 in Berlin, pädagogische Ausbildung, Studium an der Kunst­­hochschule, Berlin-Weißensee bei Dieter Goltz­sche und Werner Liebmann, Diplom, Meisterschülerin bei Werner Liebmann, diverse Einzelausstellungen und Ausstellungsbeteiligungen, lebt und arbeitet in Berlin.

www.susanne-schueffel.de

21.12.2021, Dienstag, 19 Uhr
André Kubiczek
„Straße der Jugend“

André Kubiczek


Rohwolt Berlin, 2020

Mit „Straße der Jugend“ knüpft André Kubiczek direkt an seinen erfolgreichen Roman „Skizze eines Sommers“ von 2016 an. Er erzählt die Geschichte von René und seinen Freund*innen Victoria, Rebecca, Dirk und Michael nach dem Party-Sommer im Potsdamer Plattenbau 1985 direkt weiter.
Das Leben wird ernst. René kommt auf ein DDR-Elite-Internat in Halle, aber elitär fühlt sich der Alltag dort nicht an. Währenddessen planen seine alten Potsdamer Freunde Dirk und Michael Renés Mitarbeit am subversiven Literaturmagazin Lef 2 fest mit ein.
Im typischen Kubiczek-Sound, immer begleitet von den Songs der Achtziger, macht René erste Erfahrungen mit Liebe und Verlassen werden, dem Tod und der Stasi. Wie in seinem preisgekrönten Debüt „Junge Talente“ und der „Skizze eines Sommers“ spiegelt Kubiczek mit „Straße der Jugend“ ein weiteres Mal unvergleichlich authentisch das Lebensgefühl der 80er Jahre in der zerfallenden DDR.

André Kubiczek wurde 1969 in Potsdam geboren. Er studierte einige Semester Germanistik in Leipzig und Bonn, beendete das Studium jedoch nicht. Mit einem Literaturstipendium des Landes Brandenburg und dem Alfred-Döblin Stipendium Berlin arbeitete er an seinem ersten Roman „Junge Talente“, der 2002 erschien. Mit seinem zweiten Roman „Die Guten und die Bösen“ war er 2005 für den Marburger Literaturpreis nominiert. Es folgten weitere Romane, u.a. „Der Genosse, die Prinzessin und ihr lieber Herr Sohn“ und „Das fabelhafte Jahr der Anarchie“. „Skizze eines Sommers“, erschienen 2016, stand auf der Shortlist des Deutschen Buchpreises. „Straße der Jugend“ erschien 2020.

Die Lesereihe: Ein Schwarm sind wir* wird durch den Deutschen Literaturfonds aus Mitteln von Neustart Kultur finanziert.
Den Büchertisch stellt die Friedrichshainer Buchhandlung lesen und lesen lassen.

Bitte beachten Sie, dass ab 15. November auch für die INSELGALERIE die 2G-Regel gilt!
Halten Sie dafür
bitte Ihren Nachweis bereit!