23.10.2026-12.12.2026  |  Vernissage: 22.10.2026, Donnerstag, 19 – 22 Uhr  |
Finissage: 12.12.2026, Samstag, 14 – 16 Uhr

KATIA SOPHIA DITZLER | MARIA KORPORAL | ALA LERESTEUX | KATRIN SALENTIN

kuratiert von KIM DOTTY HACHMANN und MIRIAM SMIDT

Portrait von Katia Sophia Ditzler

Katia Sophia Ditzler, *1992, ist transdisziplinäre Medienkünstlerin, Autorin und Filmemacherin. Sie studierte in Leipzig, Zürich, Kyjiw, Moskau, Yogyakarta und Berlin Literarisches Schreiben, Transdisziplinäre Kunst, Ethnologie, Philosophie und Schattenpuppentheater. Arbeitet zwischen Text, Klang, Video, Performance und Extended Reality. Veröffentlicht in Zeitschriften und Anthologien, zeigt Filme, medienkünstlerische Arbeiten und Performances auf Festivals und in Ausstellungen. Sie lebt in Zürich und Berlin.  Mehr auf.

Meine künstlerische Praxis bewegt sich an den Schnittstellen von Poesiefilm, digitaler Literatur, Sound, performativer Medienkunst und experimentellen Technologien. Dabei verbinde ich persönliche und historische Archive, Bewegtbild und Sprache mit digitalen Formaten wie VR, AR und generativer Künstlicher Intelligenz. KI interessiert mich sowohl als künstlerisches Werkzeug als auch als kulturelle Technologie, in der sich Fragen nach Autorschaft, Erinnerung, Simulation und der Produktion von Wirklichkeit verdichten.

Meine Arbeiten bewegen sich zwischen dokumentarischer Realität und Mythos und untersuchen politische Mythologien, Propaganda, postsowjetische Erinnerung sowie die symbolischen und medialen Strukturen, durch die Wirklichkeit hergestellt, vermittelt und lesbar wird. Mich interessiert insbesondere, wie historische Narrative, technologische Bildwelten und kollektive Vorstellungen ineinandergreifen und unsere Wahrnehmung von Vergangenheit, Gegenwart und Zukunft prägen.

Portrait von Maria Korporal

Maria Korporal, geboren 1962 in den Niederlanden. Von 1981 bis 1986 Studium Grafik, Malerei, Fotografie und Film an der St. Joost Akademie für Bildende Kunst in Breda. Von 1986 bis Ende 2013 lebt und arbeitet sie in Italien, seitdem in Berlin. Mitglied des Vereins Berliner Künstler, der Berliner Fraueninitiative Xanthippe e.V. und des Projektraums Group Global 3000 – Galerie für nachhaltige Kunst in Berlin. Ihre Videos werden in Italien von VisualContainer in Mailand vertreten.Ihre Arbeiten wurden auf zahlreichen internationalen Festivals und Ausstellungen in Europa, den USA, Lateinamerika und Asien gezeigt und mehrfach ausgezeichnet.

In der Werkreihe „Qorporal Quests“ reagiere ich auf Herausforderungen der digitalen Welt in Krisenzeiten, indem ich analoge und digitale Techniken kombiniere – von Kohlezeichnungen und Daumenkinos bis hin zu Virtual Reality, Augmented Reality und künstlicher Intelligenz. Meine Arbeiten beschäftigen sich mit den Möglichkeiten und Widersprüchen einer zunehmend technologisierten Welt und laden zur Reflexion über deren Einfluss auf unsere Wahrnehmung und unser Leben ein.

Portrait von Ala Leresteux

Ala Leresteux ist eine international ausstellende Künstlerin, die in den Bereichen Multidisziplinarität und neue Medien arbeitet. Sie ist zudem Gründerin von „A Hidden Variable“, einem Kunst- und Wissenschaftskollektiv, das die Schnittstellen von Kunst, Wissenschaft, Philosophie und aufkommenden Technologien erforscht. Sie besitzt einen Master-Abschluss in Philosophie der Staatlichen Universität Moskau – eine Ausbildung, die ihre künstlerische Praxis sowie deren Auseinandersetzung mit Themen wie Bewusstsein, Wahrnehmung, Biologie, Physik und der Natur der Realität bis heute prägt. Nach ihrem Umzug nach Paris wandte sich Leresteux der Kunst zu, um philosophische Ideen auszudrücken und zu untersuchen. Sie studierte Zeichnen an der École Nationale Supérieure des Beaux-Arts (ENSBA) und entwickelte eine eigenständige künstlerische Praxis, deren Schwerpunkt auf detailreichem Punktillismus mit Tusche liegt, ergänzt durch Malerei, Scherenschnitt sowie immersive und digitale Medien. Leresteux hat ihre Werke international in Museen, auf Biennalen, Kunstmessen und Konferenzen sowie in kulturellen Einrichtungen präsentiert. Ihre Arbeiten sind in privaten und musealen Sammlungen vertreten. In den letzten Jahren hat sie ihr Schaffen zunehmend auf die Bereiche Kunst, Wissenschaft und neue Medien ausgeweitet, unter anderem durch immersive VR-Arbeiten, die sich mit Bewusstsein, Verkörperung (Embodiment) und menschlichen Werten befassen. Über „A Hidden Variable“ kuratiert sie zudem Ausstellungen und entwickelt interdisziplinäre Projekte, die zeitgenössische Kunst mit wissenschaftlicher Forschung und neuen Technologien verknüpfen.

Ich schöpfe Inspiration aus einer Vielzahl wissenschaftlicher Disziplinen, darunter Physik, Linguistik, Psychologie und Biologie. Meine Auseinandersetzung mit diesen Gebieten ist tief in meinem philosophischen Hintergrund verwurzelt, der meine künstlerische Praxis maßgeblich geprägt hat. Meine bevorzugte Technik ist die Punktierung mit Tinte (Stippling), da ich den Pointillismus für die beste Methode halte, die illusorische und fließende Natur der Realität darzustellen; ich experimentiere jedoch auch mit anderen Medien wie Acryl, Öl und Scherenschnitt und habe mich in jüngster Zeit zudem der Virtual Reality zugewandt. Mit meiner Arbeit möchte ich eine Brücke zwischen Kunst und Wissenschaft schlagen und so den Dialog sowie die Wertschätzung für die Schönheit und Komplexität beider Disziplinen fördern.

Portrait von Katrin Salentin

Katrin Salentin, 1980 geboren in Düren/NRW, lebt in Berlin seit 2010. 2005–2010 Studium Visuelle Kommunikation, FH Aachen, Fachbereich Design, Abschluss Diplom. Seit 2022 Mitglied im Verein Berliner Künstler, Ausstellugen im In- und Ausland.

Mit meinen Collagen reagiere ich auf Bilder aus den sozialen Medien und zeitgenössischen Hochglanzmagazinen. Regen sich Unbehagen und Zweifel über die Wirklichkeit des Abgebildeten und des In-Szene-Gesetzten, zergliedere ich und füge die Fragmente vorzugsweise digital neu zusammen. So schnell, wie mich meine Gefühle leiten und der Computer meinen Mausklicken folgt. Zuweilen ist die Entwicklung zäh, begleitet von Annäherung und Verwerfung. Mit KI baut sich eine neue Realität auf. Effizienter als ich agiert die Bildgenerierungssoftware, per Knopfdruck scheint ein Kunstwerk fertig. Trial und Error ade. Welch genüsslicher Betrug am Bild. Die mechanische Herstellung kaum unterscheidbar von meinen Werken? Kann der Betrachter meinem Output noch trauen? Meine Wahrheit, in der ich mich in Sicherheit wähnte, bröckelt. Aber: Ohne menschliche Beimischung kein Leben in der Technik. Die Nicht-Aufgabe des künstlerischen Tuns – angesichts der neuen technischen Möglichkeiten – wird zur permanenten Aufgabe. Unbehagen und Zweifel etablieren sich zum Dauerrauschen. Selbstoptimierungswahn im Erstellungsprozess.