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21.08.2026-10.10.2026  |  Vernissage: 20.08.2026, Donnerstag, 19 – 22 Uhr  |
Finissage: 10.10.2026, Samstag, 14 – 16 Uhr

FRAUENMUSEUM BERLIN

Das Frauenmuseum Berlin wurde in den 90er Jahren gegründet und besitzt keinen festen Ausstellungsort. Das Künstlerinnen-Netzwerk lebt von immer neuen Ideen für gemeinsame Ausstellungen und Veranstaltungen, die in Galerien, Projekträumen und auf Festivals gastieren. Auf diese Weise bleibt das staubfreie Museum stadtweit im Gespräch. Die Kommunale Galerie Berlin hat sich als ein regelmäßiger Ausstellungsort manifestiert.

JUDITH BRUNNER | CHRISTINE FALK | ANDREA GOLLA | VERENA KYSELKA | ROSWITHA PAETEL | DESIRÉE PALMEN | ZUSANNA SCHMUKALLA | ANNETTE SELLE | BEATE SELZER | SIBYLLA WEISWEILER | ANKE WESTERMANN

Portrait Judith Brunner

Meisterschülerin FB1, UdK. Stipendien: DAAD New York, KHG, Projektstipendium SenKult Berlin.
Lebt von 93-05 (nach der Geburt der Tochter) in NYC und Philadelphia.
Mitglied des frauenmuseum Berlin, bbk berlin, Vorstandsmitglied des VBK.

In ihrer künstlerischen Praxis beschäftigt sich Judith Brunner mit den Gefügen von uns umgebenden Strukturen und Räumen. Auffälligkeiten sowohl in der Natur als auch im sozialen Kontext zeichnet sie in den zum Teil räumlichen, zum Teil collagierten Arbeiten auf.
Die stetigen Veränderungen unserer Umgebung spiegeln sich wieder in der Überlagerung der einzelnen Bildsegmente. Sie lädt den Betrachter dazu ein, in eine Vielschichtigkeit einzutauchen, die Räume positiv neu formiert.

Portrait Christine Falk

Malerei, Fotografie, Konzepte, lebt in Weissensee
geb.1962 in Berlin, 1992- 97 Studium Malerei, Kunsthochschule Berlin-Weissensee, 1997 Meisterschülerin bei Prof. W. Liebmann, Artist-Residencies in China, Thailand, Japan, Indonesien + zahlreiche Recherchereisen, Realisierung künstlerischer Dialogprojekte „Another China“ 2008, „Banyan“ 2009 bis 2012, „Exotika 2013“ sowie internat. Ausstellungstätigkeit, 2017 Global – Stipendium Senat Berlin, 2022 Stipendium Kulturfonds Bonn, 2022 documenta 15 mit Baan Noorg Collaborative Art & Culture

Christine Falk, Bildende Künstlerin mit Schwerpunkt Malerei, im Frauenmuseum seit 2024, Masterstudium an der Kunsthochschule Berlin Weissensee, arbeitet mit Architektur und Architekturausschnitten, angesiedelt zwischen Abstraktion und Realität.
Meine Bilder zeichnen sich durch klare Flächen, seriellen Details und ausgewogene Farbigkeit aus.

altenativ Portrait Andrea Golla

*1964 in Ludwigshafen am Rhein
1996 – 2005 Studium an der Akademie der Bildenden Künste in München
2005 Diplom
2004 Preis der Dannerstiftung, Akademie München der Bildenden Künste München
2013 Artist in Residence, Chemnitz
2016 Internationales Künstlersymposium, kunstort eleven Starzach-Börstingen
2017 Temporäre Kunstprojekte Marzahner Promenade, Berlin
2021 Förderung durch die Erwin und Gisela von Steiner Stiftung, München
KUSS, Projektstipendium der Sparkassen Stiftung München
Gästezimmer des Kulturreferats der LH München
Seit 2010 Mitglied im Künstlerinnennetzwerk Frauenmuseum Berlin e.V.

Andrea Golla  interveniert im öffentlichen Raum mit Blattgold und knüpft Teppiche aus Alttextilien.
Fotografisch lotet sie die Grenze zwischen dem Selbst und der Welt aus und entwickelt in ihren abstrakten Zeichnungen Systeme, die nach zuvor festgelegten Regeln entstehen und als mögliche, gleichberechtigte Gesellschaften gelesen werden können.
In neuen Arbeiten beschäftigt sie sich mit der Technik der Grattage. eine von Surrealisten gern verwendete Technik, bei der eine im Untergrund liegende farbige Schicht durch das wegkratzen der darüberliegenden schwarzen Schicht  freigelegt wird.

Portrait Verena Kyselka

Meine künstlerische Arbeit entwickelte sich in der Untergrundkunstszene in Ostdeutschland Ende der 80iger Jahre. Zusammen mit der Künstlerinnengruppe Exterra XX gründete sie 1990 das Kunsthaus Erfurt. Von 1997 – 2003 studierte sie Freie Kunst an der Bauhaus Universität Weimar. Ich arbeite mit Video, Performance und Installation. Meine Projekte über kulturelle Identität und Zeitgeschichte entstanden im interkulturellen Austausch in Australien, Albanien, Armenien, Kirgisistan, Indien, Bangladesch, China, Taiwan, Oman und Mosambik, die bundes- und landesweit gefördert wurden.

In Oman habe ich Menschen aus der Bevölkerung gebeten, Volkslieder zu singen, mit denen sie sich identifizieren und die am meisten das Leben in der gesellschaftlichen Umgebung und im Territorium der Hauptstadt Maskat und der naheliegenden Wahiba Wüste reflektieren. Diese aufgenommenen Lieder beinhalten Wünsche und die Sehnsucht nach Erfüllung, Frieden und Liebe. Die experimentellen Video-Collagen der einzelnen Lieder visualisieren die Gefühle und Emotionen hinter der Sehnsucht, welche in moderner rapider Stadtentwicklung zunehmend verloren gehen.
Die Arbeit entstand mit der Unterstützung der Stal Gallery, Muscat und des Goethe-Institut Golf-Region.

Portrait Roswitha Paetel

geboren in Berlin
1994 Meisterschülerin der UdK Berlin
1990 Beginn der Auseinandersetzung mit dem Material Papiermaché als Künstlermaterial
Ausstellungsauswahl: van der Heydt Museum Wuppertal // Sala de Expositiones del Archivo Foral Bilbao // Bartlett School London // Forum für Konkrete Kunst Erfurt
Auswahl Lehraufträge und Sommerakademien: UdK Berlin // Universität Potsdam // Mendelssohn Bartholy Hochschule Leipzig // Svenska Yrkeshögskolan Finnland // Berliner Technische Kunstschule // Akademie Rothenfels

Mich interessieren Formen unscheinbarer Dinge aus meinem alltäglichen Umfeld. Die flüchtigen, scheinbar zufällig verschlungenen Formen von Haaren im Waschbecken gaben mir den Impuls zu einer Serie von linearen Objekten: den Moving Lines. Um ein Vielfaches vergrößert werden sie von mir in Wandplastiken umgesetzt. Mein Arbeitsmaterial ist Papierpulp, der über Stahldraht modelliert wird. Während des Trockenprozesses entstehen starke Spannungen im Material, die zu Verformungen führen. Das Material führt ein Eigenleben, dass sich meiner Kontrolle entzieht. Die Arbeiten – mögen sie auch noch so präzise ausgearbeitet und einzelne Formen scheinbar gleich sein,- sind materialbedingt immer unvollkommen. Wie in der Natur ist kein Kreis perfekt, keine Form absolut identisch. Sie zeigen mir damit unser vergebliches Streben nach Kontrolle und Perfektion auf.

Portrait Desiree Palmen

*1963, Maasbracht, NL
studierte an der Akademie der Bildenden Künste Maastricht und absolvierte ein Postgraduelles Studium an der Jan van Eyck Akademie in Maastricht. Sie lebt und arbeitet in Den Haag. Ihre Arbeiten waren in zahlreichen Gruppen- und Einzelausstellungen zu sehen, u.a. ZF Projektraum Berlin (2022), Internationales Frauen Film Fest, Dortmund Köln (2019), Museum Lazienki-Krlowskie, Warsaw (2016) Museum Boijmans Van Beuningen, Rotterdam (2014), La Casa Enscendida, Madrid (2009), Macy’s Art Gallery Colombia University, New York (2007)

Die Suffragette Emilie Davison kam 1913 bei einer ihrer Aktionen für das Frauenwahlrecht während des Epsom-Derbys ums Leben. Meine 25-teilige Zeichnungsserie „EMILYS PLAN“ aus dem Jahr 2018 entstand in Berlin. Diese Serie fordert zur Solidarität unter Frauen auf und ist
zugleich ein Beitrag zur Veränderung der Geschichte.

Portrait Zusanna Schmukalla

Geboren in Gdańsk (Polen),
studierte Malerei und Grafik an der Kunstakademie IBKK, Bochum und absolvierte ein Aufbaustudium für Freie Kunst an der Kunstakademie arte fact, Bonn.
Sie lebte von 1983 bis 2013 in Köln und Bergisch Gladbach und zog 2014 nach Berlin, wo sie an zahlreichen Ausstellungen beteiligt war und ist.
Ihre Werke befinden sich im privaten Besitz und in der Graphothek Berlin.
Seit 2016 ist sie im Frauenmuseum Berlin e.V. aktiv.

Die Natur ist meine größte Inspiration. In ihr werden Leben, Tod, Licht und Dunkelheit durch Farben und Formen erlebbar. Meine Bilder entstehen im persönlichen Dialog mit dieser Wirklichkeit. Sie beginnen nie mit einer konkreten Idee, sondern entspringen einer visuellen Wahrnehmung. Während des Malens suche ich nach dem Bild und lasse meine Gedanken offen. Objekte und Bewegungen der Natur nehmen durch Linien und gebrochene Farbschichten Gestalt an. So verschmilzt die Kraft der Natur mit meinem eigenen Rhythmus auf der Leinwand.

Portrait Annette Selle

Seit 1999 werden Annette Selles Arbeiten kontinuierlich in Ausstellungen gezeigt. Ihre Bilder sind Bestandteil zahlreicher Kunstsammlungen. Sie studierte an der Kunsthochschule Berlin-Weißensee und an der Humboldt-Universität in Berlin. 2018 wird sie stellvertretende künstlerische Leiterin der JugendKunstschule Atrium in Berlin. Annette Selle ist Mitglied im Netzwerk Frauenmuseum Berlin und im Brandenburger Verband Bildender Künstler. Seit 2018 arbeitet sie im Vorstand des Frauenmuseum Berlin ehrenamtlich.

Annette Selles Arbeiten bewegen sich stets an der Grenze zur Abstraktion. Sie sind gegenständlich lesbar, entfalten jedoch vor allem ihre abstrakte kompositorische Dimension. Die Bilder formen dabei Zeit und Raum. Der Künstlerin dienen die Farben vor allem als zutiefst emotionale Stimmungsträger.
„Ein Bild ist dann für mich gut, wenn es eine innere Tür öffnet und mich mit mir selbst konfrontiert, und mich in Bewegung hält. Das Bild wird dann zur Projektionsfläche des Unterbewussten. Ich möchte einen Kunstraum schaffen, der dem Betrachter die Freiheit ermöglicht, sich mit seiner eigenen Wirklichkeit zu verbinden.“

Portrait Beate Selzer

*1962 in Düsseldorf, lebt und arbeitet seit 2013 in Berlin
1983-89 Studium Kunstakademie Düsseldorf bei Prof Jan Dibbets, Meisteisterschülerin
1989 Förderpreis der Deutsche Bank 1993-95 Wasserturmstipendium der Stadt Mönchengladbach
2007 Karl Hofer- Gesellschaft, Berlin 2022 Arbeitsstipendum , Stiftung Kunstfonds Bonn

FAULT LINE
Unter der Oberfläche arbeitet etwas. Langsam, unaufhörlich. Man sieht es nicht — man sieht nur, was es hinterlässt.
Bruchlinien entstehen nicht plötzlich. Sie sind der Moment davor — oder danach. Die Stelle, wo zwei Kräfte gegeneinanderdrücken und die Oberfläche nachgibt, ohne zu reißen.
FAULT LINE zeigt Stoff, der sich erinnert: an Druck, an Verschiebung, an das Gewicht von etwas, das war.
In Zeiten, in denen vertraute Strukturen ins Wanken geraten, ist das ein bekanntes Gefühl. Die Oberfläche hält — und ist doch nicht mehr dieselbe.

Beate Selzer Mai 2026

Portrait Sibylla Weisweiler

in Köln geboren, lebt seit 1983 in Berlin. 1995 absolvierte sie an der damaligen Hochschule der Künste, Berlin ihre Meisterschülerinnenprüfung bei Prof. Klaus Fußmann. Seitdem nahm sie regelmäßig an nationalen und internationalen Ausstellung (u.a. «Friedrich und Potsdam- die Erfindung (s) einer Stadt»,Potsdam Museum, Schweriner Kunstverein, 2014 MX ESPAI 1010, Barcelona, 2022 «Homeland» Portugal, «Stimmen!» Willy-Brand-Haus, Berlin) teil. Sie erhielt Förderungen in Form von Stipendien, Preisen und Arbeitsstipendien (u.a. Künstlerhaus Lukas, Ahrenshoop, Künstlerhaus Schöppingen, 2024 LISTAK, Akureyri/Island). Sie ist auf Kunstmessen in Berlin, Wien und Basel vertreten. Einige Bilder befinden sich in Sammlungen und Museen (Pinakothek, München, Mittelrheinmuseum Koblenz, Berliner Senat).

Zwischen dem Weltlichen, dem Privaten und dem Leben als Künstlerin entsteht ein Raum zunehmender Überforderung. Die Anforderungen des Alltags, das innere Ringen um künstlerische Arbeit und der Kampf um den Erhalt des Ateliers überlagern sich und verdichten sich zu einem Zustand permanenter Beanspruchung.
Immer wieder ziehe ich mich innerlich zurück. Nicht als bewusste Flucht, sondern als ein leises Abtauchen aus der Überforderung des Sichtbaren und Unsichtbaren.
In diesen Momenten entsteht ein Gegenbild: ein warmes, sanftes Meer, durchzogen von rosa Licht. Darin bewegt sich ein stiller Reigen von Flamingos – schwerelos, weit entfernt von jeder Forderung. Ein Ort ohne Druck, ohne Erwartung, nur getragen von Ruhe und Weite.

Portrait Anke Westermann

Studium der Freien Bildenden Kunst an der HBK Braunschweig
Meisterschülerin von John Armleder, 1998

Transitions_2 überführt das Thema der ortsspezifischen Installation Transitions_1, die 2019 in der Heilstätte Grabowsee entstand, in einen Galerieraum. Das zentrale Fotomotiv dabei, ein besonderer Waldweg, will uns in eine andere Realität führen, in einen imaginären „anderen Raum“, in dem Raum und Zeit nicht mehr den üblichen Bedingungen folgen.
Transition_2 kombiniert dafür diverse runde Formen, Objekte, Spiegel, Uhren, Licht und Drahtgeflecht zu einer durchlässigen Clusterform, durch die hindurch das Fotomotiv auf die Wand projiziert wird. Wie beim „Original“ am Grabowsee lösen sich die Grenzen zwischen Bild und Realität fast mystisch auf.
Informationen zum ersten Ort: https://countdowngrabowsee.de