Presse


Auf dieser Seite finden sie unsere Pressemitteilungen und – auf Anfrage – ausgewählte Bilder der aktuellen Ausstellung (in der Regel die Werke, die in unserem Flyer zur Ausstellung zu finden sind) in druckfähiger Auflösung. Falls die Aufnahmen einem Copyright unterliegen, bitten wir um Credit für den Fotografen / die Fotografin.

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Kathrin Schrader / 030-223 900 46 / 0178-3 42 76 94 /
presse@inselgalerie-berlin.de


 

240. Ausstellung | 1.6.2017 – 29.7.2017

Spar | Insel |GALERIE | Kasse

Susanne Britz | Juliane Ebner | Fanny Galera | Mirella Pietrzyk

 

Die Galerie lebt. Sie besteht in den Räumen einer ehemaligen Sparkasse fort. Dieser an sich unspektakuläre Umzug in einer sich ständig verändernden Stadt löst schnelle, widersprüchliche Ideen- und Gedankenverknüpfungen aus. Schalkhaft ironisch und bitter, banal und bedeutend – je nach Standort des Beobachterslässt sich die Konstellationvon Geld- und Kunst-Institutin viele Richtungenauslegen.

In unserer ersten Ausstellung in der alten Sparkasse spielen wir mit dem Ort, den Vorzeichen und Deutungen.

Die vier Künstlerinnen, mit denen wir das Programm der Inselgalerie nach fast dreimonatiger umzugsbedingter Pause fortsetzen, bringen ihre Themen in den Kontext unserer Geschichte: Prozesse, Umdeutung, Entfremdung, Improvisation und Schichtung bzw. Überlagerung.

 

Susanne Britz geht in ihren Arbeiten immer vom vorhandenen Raum aus. Sie inszeniert für den Raum und setzt die Arbeiten an ihrer Installation während der Ausstellung fort. Susanne Britz: „Meine Arbeitsweise strukturiert sich in Prozessen, sie reflektiert Prozesse und öffnet sich in Prozessen.“ Irritierend selbstverständlich entwendet sie Gegenstände ihrer Bedeutung. Die Vertikalen und Horizontalen von Tischen, Stühlen, Regalen, Flipcharts, Tafeln, Teppichen und Papierseiten, vitalisiert durch neonbunte, geringelte Leinen und Drähte, Knetbällchen und Haftnotizen – sie bilden die Linien dieser begehbaren Zeichnungen. Denn Susanne Britz ist zuerst Zeichnerin. Sie zeichnet mit der Computermaus auf digitalen Fotos, die sie selbst von deneigenen Installationen bzw. Ausschnittendavon, macht.Dieses Werk findet anschließend seinen Platz in der Installation. Oder in einer anderen. Fotos, Zeichnungen und Installationen – sie alle tragen die typisch Britz-Handschrift, in der die Dinge wie zufällig, leicht und bunt Situationen suggerieren, in denen in denen mit kindlicher Ernsthaftigkeit gearbeitet wird.
http://www.susannebritz.de

 

Juliane Ebner ist ästhetisch mit Susanne Britz verwandt, nicht nur wegen der Neonfarben, mit denen sie ihre Tuschezeichnungen akzentuiert, sondern weil auch sie in Schichten arbeitet und ihr eigentliches Medium, die Zeichnung, verlässt. Juliane Ebner macht Projektionen und Filme. Ihre ausschließlich mit der Hand gezeichneten Tuschearbeitenkopiert Ebnerauf Folien, die sie dann schichtet und Aufnahme für Aufnahme in stop-motion-pictures verwandelt. Zu den wackligen, poetischen, manchmal comic-haft wirkenden Bildern erzählt sie mit eigener Stimme. Das WortGeSchichtengewinnt bei ihr eine neue, vielleicht die eigentliche Bedeutung. Denn überlagern sich in unseren Leben nicht immer die Ereignisse? Lebensgeschichten fließen.Die Zeiten und Geschehnisse überlagern sich, insbesondere dasPrivatemit dem Politischen. In „Landstrich“ -mit 30 Minuten ihrem bisher längsten handgezeichneten stop-motion-nutzt Juliane Ebner ein lyrisches Ich, das von seiner  Großmutter und deren Kindern erzählt. Der Kunstbeirat des Deutschen Bundestages beauftragte Ebner 2015 zu diesem Film. Neben einer kleineren Filmarbeit wirdJuliane Ebner in unserer Ausstellung großformatige, aus mehreren Folien geschichtete Tuschezeichnungen zeigen.Der Film „Landstrich“ wird am 6. Juni, 19 Uhr in der Inselgalerie zu sehen sein.
http://juliane-ebner.de

 

Fanny Galera thematisiert in ihren Plastiken die Verfasstheit des Menschen in einer immer engeren Welt, in der ökonomische Zwänge zunehmen. Weiß triefende Gestalten kriechen mühsam aus Milchkannen, deren Öffnungen jedoch so klein sind, dass sie steckenbleiben. So verkehrt die Künstlerin die einstige Bedeutung der Milch als Zeichen von Reichtum und Wohlergehen in einen Fluch, der diese Gestalten überfallen hat. In einer anderen Arbeit sitzen Menschen aufgereiht nebeneinander, jeder in seiner eigenen kleinen Glasglocke, gefangen in Isolation. Die Bildhauerin arbeitet sowohl mit Metallen und Steinen als auch mit Porzellan und Keramik. „Mich interessieren die Beziehungen zwischen Menschen und Dingen“, sagt sie. Weiße Hände und Arme recken sich aus einer Wand. Geben oder nehmen sie? Wie sehen wir sie? Wie beurteilen wir Geber und Nehmer? Es sind schwere Themen, die Fanny Galeraauf humorvolle Weise behandelt. In ihrer Traurigkeit und ihrem Schmerz bewahren ihre Figurensehr viel Menschlichkeit.
http://www.fannygalera.com/

 

Mirella Pietrzyk malt in leuchtenden Farben surreale Figuren, weiblich zumeist, mit riesigen Facettenaugen, mehreren Brüsten, überlangen Beinen und/oder gewaltigen Haartrachten. Es sind lustvolle Bilder. Nichts Erschreckendes ist darin, auch wenn sie zuweilen an Bosch erinnern, an das Mittelalter überhaupt. Mirella Pietrzyk nennt als Quellen ihrer Inspiration Meret Oppenheim, Zdzislaw Beksinski, Max Ernst und die Bücher von Stanislaw Lem.

Die Malerin und Modedesignerin wird den Eingangsbereich der Galerie mit einem Wandbild gestalten.

 

Biografien der Künstlerinnen:

Susanne Britz wurde 1974 in Neuwied geboren. Von 1995-2001 studierte sie Bildende Kunst, Chemie und Philosophie an der Johannes-Gutenberg-Universität Mainz. 2002 nahm sie ein Meisterstudium für Fotografie auf. Seit 2005 lebt Susanne Britz in Berlin. 2010 hielt sie Gastvorträge an der Universität der Künste Berlin und der Leuphana-Universität in Lüneburg. Sie erhielt zahlreiche Arbeitsstipendien und hielt sich u.a. 2002 auf Schloss Balmoral in Bad Ems auf, 2006 auf Schloss Wiepersdorf, 2007 in Ostrava, 2008 im Künstlerhaus Lukas in Ahrenshoop und 2011 im Künstlerdorf Schöppingen. Sie wurde 2012 mit dem BRITA Kunstpreis für Fotografie (2. Preis) geehrt und war 2009 Preisträgerin

(1. Preis) bei der Ausschreibung „junger westen“der Kunsthalle Recklinghausen. Seit 2002 beteiligte sie sich an zahlreichen Ausstellungen in Deutschland. 2010 hatte sie Einzelausstellungen im Kunsthaus Essen und in der Galerie im Saalbau, Berlin. 2013 stellte sie mit malatsion im Kunstverein Bellevue-Saal in Wiesbaden, 2015 im Kunstverein Ahlen aus. 

 

Juliane Ebner wurde 1970 in Stralsund geboren. Sie studierte zunächst von 1987-1993 Kirchenmusik an der Hochschule für Kirchenmusik in Dresden und Theologie an der Christian-Albrecht-Universität in Kiel, bevor sie 1999 ein Studium der Freien Kunst an der Muthesius-Kunsthochschule Kiel aufnahm. Seit 2005 lebt und arbeitet Juliane Ebner als freie Künstlerin. 2007 zog sie nach Berlin. Mit zahlreichen Film- und Projektförderungen verwirklichte sie ihre Filmarbeiten. Sie erhielt Stipendien u.a. der Villa Haiss in San Josè / USA, der Käthe-Dorsch-Stiftung Berlin, des Kulturcenters Kiersgaard / Dänemark, der Keystone-Editions Berlin und der Hans-Hoch-Stiftung Neumünster. Beim Realisierungswettbewerb „Operare“ der Zeitgenössischen Oper Berlin erhielt sie den 1. Preis. Außerdem erhielt sie den Dekalog-Filmpreis der Guardini-Stiftung. Am 26. Mai 2017 erhält sie im Martin-Gropius-Bau zum zweiten Mal den Dekalog-Filmpreis (2.Platz) für ihren Film „Vom Wald her“.

 

Fanny Galera wurde 1973 in Valencia/ Spanien geboren. An der Fakultät der Schönen Künste von San Carlos studierte sie Bildhauerei. An derselben Universität absolvierte sie später ein Lehrer-Studium. Fanny Galera belegte Kurse in Schweißtechnik und Brenn-und Gießtechniken für Skulptur und beschäftigte sich mit Video- und Computertechnologien in der Kunst. Dreimal beteiligte sie sich am Skulptur-Sommer der Eduardo Capa-Stiftung. Sie belegte Kurse in der Steinskulptur-Werkstatt von David Read, der Bronzegießerei von Eduardo Capa Sacristan und der Holzschnitzerei von Manuel CastrillonBrava. Außerdem belegte sie ein Seminar in Keramik bei Eric Mestre und einen Kurs in Schmieden bei Martin Chirino.

Sie ist Mitglied des Internationalen Sculpture-Networks.

Ihre Arbeiten wurden mehrfach ausgezeichnet. Sie erhielt den Premio Casa FalconieriEstampa 2010, den XX PremioSenvera des Rathauses von Valencia und den PremioInternacional de CeramicaContemporaneaCerco 2003.

Fanny Galera bestritt zahlreiche Ausstellungen in Spanien und vielen anderen Ländern, u.a. stellte sie in der Fondazione Francesco Messina in Mailand aus, im Instituto Cervantes in Tokio, in der Galerie Art Scout in Berlin sowie auf zahlreichen Kunstmessen.

 

Mirella Pietrzyk wurde 1963 in Broslawice/ Polen geboren. Von 1977-1988 war sie Förderschülerin für Grafik und Malerei am Lindenau-Museum. Ab 1988 studierte sie an der Fachschule für Angewandte Kunst in Schneeberg und schloss 1991 als Designerin die Fachklasse Bekleidungsgestaltung ab. Anschließend arbeitete sie als Designerin in der Kulturellen Stadtbauhütte Altenburg. Sie arbeitete als Grafikerin und Kostümgestalterin mit Jugendlichen. 1995 beteiligte sie sich erfolgreich am Großen Preis für Internationales Mode-Design in der Semperoper Dresden. Ihren Abschluss als Modedesignerin machte sie 1996 nach einem Studien-Jahr an der Hochschule für Technik und Wissenschaft Zwickau im Fachbereich Angewandte Kunst. Seit 1998 stellte sie regelmäßig aus, u.a. im Frauenmuseum Bonn, im Wilhelm-Wagenfeld-Haus in Bremen und an vielen Orten in Berlin, darunter mehrmals im Ausstellungszentrum Pyramide.


 

Veranstaltungsreihe M E M O R I E S während der Ausstellung:

Dienstag, 6. Juni, 19 Uhr 
M E M O R I E S: Juliane Ebner zeigt ihren gezeichneten Animations-Film „Landstrich“ 

„28. Februar 1933: Der Reichstag brennt. Juliane Ebners Großonkel Hans saß danach als Gutachter im Reichstagsprozess. Aber er war kein Nazi. Das sagte die Oma immer wieder. Der Satz hat sich der 1970 in Stralsund geborenen, Fragen stellenden Enkelin eingeprägt. Großmutter war im Alter dement. Darum nennt die Enkelin, die Künstlerin geworden und nach dem Fall der Mauer nach Berlin gegangen ist, ihre ineinander verschachtelten comic-artigen Zeichnungen „Erinnerungsarbeit als Versuchsanordnung“… „Landstrich“ fesselt und irritiert zugleich. Der Film beginnt mit den Worten Ebners: „Nach dem Krieg hatte meine Großmutter ein schlechtes Gewissen, weil sie noch lebte. Ihr Mann, der Frontsoldat, hatte ihr eine Pistole gegeben und gesagt, wenn der Russe käme, sollte sie zuerst die Kinder und dann sich selbst erschießen. Und das hatte sie nicht getan.“

Auszug aus der Rezension „Reichstagsbrand und Großmutters Geheimnis“ von Ingeborg Ruthe in der Berliner Zeitung vom 21./22. Januar 2017 anlässlich der Uraufführung des Films im Lüders-Haus am Schiffbauerdamm in Berlin.

 

Donnerstag, 15. Juni, 19 Uhr
M E M O R I E S: Tanja Dückers liest aus „Mein altes Westberlin“

„Inspiriert von Walter Benjamins Buch »Berliner Kindheit um 1900« reflektiert Tanja Dückers ihre eigene Kindheit und Jugend im West-Berlin der 1970er- und 1980er-Jahre. In pointierten Alltags-Betrachtungen lässt sie das Leben und das Lebensgefühl im Westen der geteilten Stadt wieder lebendig werden. Auf der Straße und in Hinterhöfen, hinter Brandmauern und in alten Friseursalons trifft die Autorin auf Kurioses und Trauriges, auf Lustiges und Düsteres, und auch auf Tiere – von Ratten über Füchse bis hin zu Nilpferden.“ bebra-Verlag 2016

 

Donnerstag, 27. Juli, 19 Uhr
M E M O R I E S: Gesine Bey (Hrsg.)liest aus dem Roman „Lager“ von Angela Rohr

„Als die namenlose deutsche Ich-Erzählerin 1942 in ein Lager des Gulag gebracht wird, gerät sie in eine Welt jenseits aller Normalität. Von nun an ist Rechtlosigkeit das einzige Gesetz. Sie wird als Ärztin in Lazaretten arbeiten, fast ohne Medikamente, ohne brauchbare Instrumente. Hunger und Kälte ist sie ebenso ausgeliefert wie der erbarmungslosen Lagerhierarchie. Als ihre völlig ungerechtfertigte Strafe abgebüßt ist, erwartet sie die „ewige Verbannung“ – eine andere Art von Unfreiheit, nicht weniger demütigend und gefahrvoll. 
Eine Drachenhaut aus Gefühlskälte soll sie schützen, doch die bekommt Risse, wenn unter dem Hass und der Niedertracht ringsum manchmal Reste von Zuneigung und Hilfsbereitschaft aufleuchten. – Angela Rohr hat mit diesem bereits 1964 geschriebenen autobiographischen Roman ein grandioses Dokument des Überlebenswillens unter düstersten Umständen hinterlassen.“ Aufbau-Verlag 2015

 


Weitere Informationen zur aktuellen und kommenden Ausstellung und unseren Veranstaltungen auf: www.inselgalerie-berlin.de/demnaechst


 

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Samstag: 13 – 17 Uhr

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