Presse


Auf dieser Seite finden sie unsere Pressemitteilungen und – auf Anfrage – ausgewählte Bilder der aktuellen Ausstellung (in der Regel die Werke, die in unserem Flyer zur Ausstellung zu finden sind) in druckfähiger Auflösung. Falls die Aufnahmen einem Copyright unterliegen, bitten wir um Credit für den Fotografen / die Fotografin.

Für weitere Informationen kontaktieren sie bitte:

Kathrin Schrader / 030-223 900 46 / 0178-3 42 76 94 /
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Diese Pressemitteilung und weitere Presseinformationen finden Sie auch unten in unserem PRESSE – ARCHIV.


 

 

244. Ausstellung vom 18.1. – 24.2.2018

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DOPPELTHEATER

Kleiderwechsel – Bühnenhäute

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PIA WESSELS
BARBARA KESSLER

 

 


 

Das Verwandeln der Bühne gehört zum Theater wie das Anverwandeln uralter Menschheitsdramen durch eine neue Sprache. Das Gewand ist der Bilderstoff von Barbara Kessler und Pia Wessels. Ihre Kostümierungen und Masken sprengen jedoch den Bühnen-Bilder-Rahmen und entwickeln sich ins Assoziative und bis zur Abstraktion. In unserer Ausstellung zeigen die zwei Künstlerinnen ausschließlich freie Arbeiten.

 


 

Barbara Kessler ist nicht den üblichen Weg von der Universität ins Arbeitsleben gegangen. Sie war 36 Jahre alt, hatte gerade ein Jahr Bühnenkostüm an der Hochschule der Künste in Berlin studiert, als sie mit ihrer Familie für fünf Jahre nach Japan ging, weil ihr Mann beruflich dort zu tun hatte. Professor Martin Rupprecht, dessen Meisterschülerin sie später wurde, setzte sich dafür ein, dass sie ohne bürokratische Hürden nach dem Japan-Aufenthalt ihr Studium fortsetzen konnte. Die Begegnung mit der japanischen Kultur prägte Barbara Kesslers künstlerische Entwicklung, insbesondere der Kimono als Kleidungsstück und Bild. Wie sich das zweidimensional in Läden und Kaufhäusern präsentierte „Bild“ des Kimonos am Körper in ein dreidimensionales Kleidungsstück wird, faszinierte sie. Barbara Kessler widmete dieser Verwandlung später eine Ausstellung und Performance. http://www.youtube.com/watch?v=B5hKzV0QSoc

Noch ohne akademischen Abschluss, in einer Kultur, deren gesellschaftliche Vereinbarungen und Codes ihr völlig fremd waren, lernte sie die Sprache und arbeitete mit japanischen Theatergruppen. Unter anderen gestaltet sie Kostüme für verschiedene Brecht-Inszenierungen. 
Zurück in Berlin, beendete sie ihr Studium und widmet sich diversen Theater-, Musical- ,Oper-, Film-, Tanz- und Performance-Projekten, doch sie arbeitete zunehmend auch frei bildnerisch. Der Kimono taucht als Abstraktion immer wieder in ihren Textil- und Papierarbeiten auf.

„Das Kleid ist uns so nah wie eine zweite Haut. Diese bekommen wir nicht nur, wir werden sie, wir werden das Kleid…. Alles beginnt mit der Linie auf dem Papier in seiner abstraktesten Form von der Fläche in die Konstruktion, bis hin zur plastischen Form. – Die Linie, sie beschreibt und sie schreibt sich.“
Barbara Kessler

 

 


 

Pia Wessels arbeitet seit über zwanzig Jahren als freie Kostüm- und Bühnenbildnerin. Die Auseinandersetzung mit der Figur steht am Beginn ihrer Arbeit. Es entstehen Skizzen und Zeichnungen und Collagen mit dem Ziel einer Annäherung an den Charakter und das Wesen einer Figur. Diese Arbeiten sind frei assoziativ und noch keine Figurinen. Humorvoll überspitzt tragen sie die unverwechselbare Handschrift von Pia Wessels. Als Teil eines gestalterischen Teams ist sie in ihren Entwürfen letztendlich der Idee der Inszenierung unterworfen, kann sie aber auch mit weiterentwickeln. Seit vielen Jahren arbeitet sie immer wieder mit Tatjana Rese, Betty Bartz, Kathrin Brune und Matthias Straub zusammen, um nur einige zu nennen. Aus der Theaterarbeit heraus entwickelt Pia Wessels auch eigene textile Werke und Drucke. In den vergangenen zehn Jahren stellte sie immer wieder aus und entdeckte sich sogar als Kuratorin. 2013 entstand unter ihrer Regie die Ausstellung „Achtung Brautkleid!“ im Modemuseum Schloss Meyenburg. http://www.achtungbrautkleid.de

2015 initiierte sie das Projekt „Ein Kleid geht auf Reisen…“ Zehn Künstlerinnen schickten ein lieb gewonnenes Kleid auf die Reise zu den anderen neun. Jede dachte, nähte und gestaltete jedes Kleid auf ihre Weise weiter. Es entstanden zehn neue Kleider, die am Ende in einer Werkschau gezeigt wurden.

Über ihre Theaterarbeit sagt Pia Wessels:

„Im Ergebnis ist jedes einzelne Werk Ausdruck und Spiegel einer künstlerischen Suche, die mit meiner ersten Empfindung zu den Personen im Stück beginnt. Ich trete mit den Personen in eine Beziehung. Die Basis ist immer die Beobachtung.“

 


 

Biografien der Künstlerinnen:

 

Barbara Kessler wurde 1943 in Güstrow geboren. Sie absolvierte zunächst eine Schneiderlehre. 1977 begann sie, an der Universität der Künste Berlin, damals HdK, Bühnenkostüm zu studieren. Sie unterbrach ihr Studium für einen fünfjährigen Aufenthalt in Japan, wo sie mit freien Theater- Operetten- und Tanzgruppen arbeitete. 1984 nahm sie ihr Studium in Berlin wieder auf und wurde 1988 Meisterschülerin von Professor Martin Rupprecht.

Seit 1988 realisierte sie eigene Projekte und war an Bühnen-Produktionen im In- und Ausland beteiligt, u.a. an Opernhäusern in Berlin, Zürich, Basel und Dresden. Sie arbeitete für Theater, Off- und Tanztheater in Berlin, Aachen und den USA und Musical-Produktionen im Theater des Westens, Berlin. Sie beteiligte sich an internationalen Festivals und baute Masken für Opernproduktionen in Antwerpen, Gent und Zürich.

Barbara Kessler stellte ihre Arbeiten am Goethe-Institut Tokio und in vielen Berliner Galerien aus, zuletzt im Sommer 2017 im Raum für Kunst und Handwerk in der Goethe-Straße in Berlin-Charlottenburg. 

Zwischen 1993 und 2010 lehrte sie u.a. in den USA, an der Universität Hamburg und der Hochschule für bildende Künste Dresden.


 

Pia Wessels ist in Berlin aufgewachsen. Nach dem Abitur absolvierte sie zunächst eine Schneiderlehre. Anschließend studierte sie Modedesign in der Lette-Schule Berlin und Bühnen- und Kostümbild an der Technischen Universität Berlin.

Für ihr Bühnenbild in „Dr. Ox“ in der Koproduktion des Caroussel Theaters mit der Deutschen Oper Berlin erhielt sie beim Bühnenbild-Wettbewerb den 2. Platz.

Pia Wessels arbeitet seit über 20 Jahren als freie Bühnenbild- und Kostümgestalterin. Sie arbeitete an über 80 Inszenierungen in Theatern in ganz Deutschland mit, zuletzt gestaltete sie 2015 Bühne und Kostüm für „Anatevka“ am Landestheater Detmold und „Vom Ende der Kindheit“ aufgeführt im Schauspiel Chemnitz und im Theater an der Parkaue Berlin. Sie wirkte auch an Filmproduktionen mit und zeigte ihre Arbeiten bereits in mehreren Berliner Galerien. Pia Wessels kuratierte das Projekt „Ein Kleid geht auf Reisen“ und die Ausstellung „Achtung Brautkleid!“ im Modemuseum Schloss Meyenburg, sowie die Fotoausstellung „25 Wohnzimmer-Berliner Eckkneipen“ des Fotografen Peter Liptow.

http://www.piawessels.de

 

 


 

Bitte beachten Sie auch unsere Veranstaltungen im Januar:

Dienstag, 23. Januar 2017, 19 Uhr: MEMORIES 7, Adriana Altaras liest „Doitscha“

 


Weitere Informationen zur aktuellen und kommenden Ausstellung und unseren Veranstaltungen auf: www.inselgalerie-berlin.de/veranstaltungen-2018
 


 

PRESSE – ARCHIV

     
   Pressemitteilung 244. Ausstellung »DOPPELTHEATER«
  Pressemitteilung 243. Ausstellung »wer weiss…«
  Pressemitteilung 242. Ausstellung »consistent matters«
  Berliner Zeitung vom 14.7.2017
  Pressemitteilung 241. Ausstellung »Großes Rot«
  Pressemitteilung 240. Ausstellung »SparInselGalerieKasse«
  Berliner Zeitung vom 14.7.2017
  Tagesspiegel vom 9.7.2017

 


 

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