27.7.2017 | MEMORIES | Gesine Bey liest aus „Lager“ von Angela Rohr


Veranstaltungsreihe

– M E M O R I E S –

Gesine Bey (Hrsg.) liest aus „Lager“ von Angela Rohr

Musikalische Begleitung: Holger Bey (Gitarre)


 

„Diese Prosa ist von der größten“, schrieb Rainer Maria Rilke im Jahr 1920 an einen Freund über Angela Rohr. Damals hieß die expressionistische Dichterin, die wie Hugo Ball, Emmy Hennings und Tristan Tzara zur Züricher DADA-Avantgarde gehörte, noch Angela Hubermann bzw. Angela Guttmann.

Lange Jahre galt Angela Hubermann als verschollen, bis die Germanistin Gesine Bey im Jahr 2005 im Konstantin-Fedin-Archiv Saratow in Moskau in einem Brief von Brecht las, dass der deutsche Emigrant sich für die Schriftstellerin und Ärztin eingesetzt hatte. Gesine Bey begann zu recherchieren und fand heraus, dass Angela Rohr in drei Ehen unter acht verschiedenen Namen gelebt hatte. Sie hat ein bemerkenswertes, literarisches Werk hinterlassen. „Lager“ ist bereits das zweite Werk von Angela Rohr, das Gesine Bey herausgegeben hat. Es ist der autobiografische Roman, der von den Jahren in Russland erzählt, zunächst vom grausamen Alltag im Gulag und dann vom Leben als Landärztin in der Taiga, als Berufsschullehrerin und arbeitslose Verbannte in Tawda. Angela Rohr erzählt mit bemerkenswerter Distanz und Selbstironie, ergreifend und komisch.
 

Angela Rohr

Angela Rohr um 1928. Archiv Hans Marte, Wien

 


 

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