22.06.2010 || Lesung & Gespräch – Maria Becker
22.06.2010, Dienstag, 19.00 Uhr
Maria Becker spricht über Kinderliteratur und Kinderbuchautoren der DDR.
Kinderliteratur in der DDR
In den 1950er und 1960er Jahren war die Kinderliteratur der DDR von positiven Helden bestimmt und Spiegelbild eines zumeist schöngefärbten sozialistischen Alltags. Doch seit den 1970er Jahren zeigten zahlreiche AutorInnen ein neues, durch Individualität geprägtes Kinderbild, beschrieben gesellschaftskritische Fragen und Probleme. Weil die Kinderliteratur nur wenigen ideologischen Eingriffen unterlag, konnten engagierte Literaten heikle Themen oft schneller und besser aufgreifen, als es in der Erwachsenenliteratur oder auch im Bereich der Medien üblich war. Die Entwicklung kinderliterarischer Darstellungsmuster, Möglichkeiten und Grenzen im Kontext offizieller Zensurinstanzen und Handlungsstrategien sowie exemplarische Textauszüge renommierter Literaten bilden den thematischen Rahmen der Veranstaltung.

Maria Becker
Maria Becker
• geboren 1979 in Halle (Saale)
• Studium: Lehramt auf Primarstufe an der Technischen Universität Dortmund
• seit 2006 Promotion am Institut für deutsche Sprache und Literatur der TU Dortmund, Dissertationsthema »Kinder- und Jugendliteratur der DDR im Spannungsfeld der Systeme. Aufgezeigt an autobiographischen Erzählungen ausgewählter AutorInnen«
• seit 2008 Lehre am Institut für deutsche Sprache und Literatur der TU Dortmund
Kinderliteratur und Kinderbuchautoren der DDR sind westdeutschen Lesern weitgehend fremd. Auch in der Fachwissenschaft wird das Thema eher marginal behandelt. Als Studierende schrieb ich in einem Germanistik-Seminar eine Hausarbeit über die Entwicklungsgeschichte der DDR Kinderliteratur. Weil ich selbst bis September 1989 in Halle an der Saale lebte und so immer ein halbes Bein im Osten fühle, war das der Beginn einer langjährigen universitären Vertiefung dieses Gegenstands. Mein Promotionsthema war folglich schnell beschlossen, denn für mich ist es ein spannendes Forschungsprojekt und zugleich eine sachliche und immer auch emotionale Reflexion meiner eigenen Geschichte.
Förderung durch die Rosa-Luxemburg-Stiftung Berlin
Eintritt: 4,- € /erm. 3,- €