Im Mai 2010
Lesung & Gespräch
27.05.2010, Donnerstag, 19.00 Uhr
Nora Iuga liest aus “Die Sechzigjährige und der junge Mann” und Gedichte aus ihrer Lyriksammlung.

Nora Iuga
Erzählen, um zu verführen.
Nora Iuga lässt in ihrem Roman Anna zu Wort kommen, eine Frau, die einen Großteil ihres Lebens bereits hinter sich gebracht hat. In dieser Nacht erinnert sie sich an ihr ganzes Leben und erzählt davon. Sie berichtet in einem turbulenten Gedankenstrom von Jugenderinnerungen, ihrem Werdegang zur Schriftstellerin und von ihrer Lektüre. Sie schildert ihre Rivalitäten mit Frauen und ihre Affären mit Männern, politische Ereignisse und persönliche Tragödien.
Gegenüber sitzt Anna dabei ein Mann mit “grünem Blick”, um dessen Aufmerksamkeit sie buhlt, dessen Interesse sie erwecken will. Mit ihrer weiblichen Erzählkunst spinnt sie ihn in ein Netz ein, versucht ihn zu locken und zu gewinnen. Doch immer wieder wird sie von ihrer eigenen Lebenserzählung mitgerissen und verliert das Objekt der Begierde, berauscht von den Emotionen der Erinnerungen, aus den Augen.
Nora Iuga wurde 1931 in Bukarest geboren. Später studierte sie Germanistik, arbeitete kurzzeitig als Lehrerin in Hermannstadt/Siebenbürgen, dann schrieb sie für deutschsprachige Zeitungen. Schon 1968 erschien ihr erster Lyrikband »Es ist nicht meine Schuld« in Rumänien, durch den sie hohe Anerkennung fand.
2007 bekam sie von der Deutschen Akademie für Sprache und Dichtung den Friedrich-Gundolf-Preis für ihre hervorragende Übersetzerarbeit vom Deutschen ins Rumänische verliehen. Bücher von Paul Celan, E.T.A. Hoffmann, Ernst Jünger, Günter Grass, Elfriede Jelinek, Herta Müller, Oskar Pastior, Hans Joachim Schädlich und Ernest Wichner hat sie in den Jahren übersetzt. Sie erhielt Stipendien in verschiedenen Ländern.
Eigene schriftstellerische Werke von Nora Iuga erschienen in deutschen Verlagen:
»Der Autobus mit den Buckligen«
Solitude Verlag, Stuttgart, 2003
»Gefährliche Launen« – Gedichte
Klett-Cotta, Stuttgart, 2007
bereits in der 3. Auflage
»Die Sechzigjährige und der junge Mann«
Matthes & Seitz, Berlin, 2010
Christel Wollmann-Fiedler
April 2010
Veranstaltung mit freundlicher Unterstützung durch die Berliner Senatskanzlei -Künstlerinnenprogramm-
Eintritt: 4,-/erm. 3,- €
8. Hacks-Gespräch
26.05.2010, Mittwoch, 19.00 Uhr
Peter-Hacks-Gesellschaft e.V.
8. Hacks-Gespräch
Am letzten Mittwoch im Mai kommen drei Regisseure und eine Schauspielerin zusammen, um miteinander zu sprechen. Ihr Thema ist: Erfahrungen und Interesse an den Stücken DIE SORGEN UND DIE MACHT und MORITZ TASSOW. Die Hacks-Dramen waren in den 50er Jahren im Deutschen Theater und in der Volksbühne in Berlin vom Publikum begeistert gefeiert, aber bereits nach kurzer Zeit abgesetzt worden.
Klaus Gendries, bekannt geworden durch gehaltvoll-unterhaltende Arbeiten im Adlershofer Fernsehen und heute tätig für das Kurfürstendamm-Theater, hat als Regisseur, der damals Mitarbeiter bei Wolfgang Langhoff am DT war, DIE SORGEN UND DIE MACHT für die Inszenierung am Theater der Bergarbeiter in Senftenberg erprobt.
Tom Kühnel kommt nach Inszenierungen an der Berliner Schaubühne, in Basel, Hannover und Frankfurt am Main in die Theaterlandschaft zurück, in der er erste Eindrücke der Bühne erlebte und seine Ausbildung begann. An das Deutsche Theater engagiert, erwägt der Regisseur eine Hacks-Inszenierung.
Der Regisseur Klaus Tews profilierte sich mit Arbeiten an verschiedenen DDR-Theatern. Er war Mitarbeiter an Benno Bessons MORITZ TASSOW in der Berliner Volksbühne.
In dieser Aufführung hatte auch Ursula Karusseit, die später und bis heute viele Rollen in Spielfilmen und im Fernsehen prägnant spielte und spielt, als Rote Rosa einen ihrer ersten großen Theatererfolge.