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Im April 2010

Lesung & Gespräch

Kategorie: 2010, Veranstaltungen

29.04.2010, Donnerstag, 19.00 Uhr

Erika Pullwitt liest aus ihrem Roman “Im Lande Gänseklein”

Wenn plötzlich die Worte fehlen
Als Erika Pullwitts Mann vor zwanzig Jahren durch einen Schlaganfall die Sprache verlor, mussten beide Partner mit einem völlig veränderten Alltag zurechtkommen. Ganz alltägliche Gespräche kosteten plötzlich viel Zeit, so dass auf Dauer die Doppelbelastung Beruf und Pflege des Partners nicht zu bewältigen war. Für Erika Pullwitts eigene Bedürfnisse bleibt da wenig Raum. So geht es auch der Protagonistin in Erika Pullwitts Roman “Im Lande Gänseklein”: Karin will sich an der Nordsee vom aufreibenden Alltag erholen und entdeckt eine Welt, die die Mittsechzigerin praktisch vergessen hatte: intensive Gespräche, gemeinsame Unternehmungen, Zärtlichkeiten und Sex. Wie kehrt man nach dieser Auszeit in sein altes Leben zurück? Erika Pullwitt kennt viele Frauen, die ihren erkrankten Partner verlassen haben. Selten wurde ihnen dafür Verständnis und Unterstützung vom sozialen Umfeld entgegengebracht. Eine Flucht in ein anderes Leben kam für Erika Pullwitt nicht in Frage. Ihren Roman “Im Lande Gänseklein” zu schreiben, war für sie eine “Auszeit anderer Art”, eine kreative Form der Bewältigung ihrer Situation. Sie hofft, mit der literarischen Form eine breite Öffentlichkeit auf das Thema aufmerksam zu machen: das Leben nach einem Schlaganfall und wie sehr auch die Angehörigen davon betroffen sind.
Erika Pullwitt, geb. 1942, lebt mit ihrem Ehemann, der seit 1989 infolge eines Schlaganfalls an globaler Aphasie leidet, in Düsseldorf. Bis 1994 war sie als Lehrerin an einer Gesamtschule tätig. Sie arbeitete u. a. an dem Drehbuch zu dem Spielfilm “Im Chaos der Gefühle” (2002) mit. “Im Lande Gänseklein” ist ihr erster Roman.
Veranstaltung mit freundlicher Unterstützung durch die Berliner Senatskanzlei -Künstlerinnenprogramm-
Eintritt: 4,00/erm. 3,00 €

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7. Hacks-Gespräch

Kategorie: 2010, Veranstaltungen

28.04.2010, Mittwoch, 19.00 Uhr

Peter-Hacks-Gesellschaft e.V.
7. Hacks-Gespräch

Karl-Heinz Müller, ehemaliger Chefdramaturg am Deutschen Theater, an der Volksbühne und anderen Theatern und langjähriger Arbeitspartner von Benno Besson, befragt den Regisseur Kurt Veth.
Kurt Veths Inszenierungen sind von seinen Erfahrungen an Brechts Berliner Ensemble in den 50er Jahren geprägt. In Berlin hat er am Maxim-Gorki-Theater und im Theater im Palast gearbeitet. Die Uraufführung von POLLY ODER DIE BATAILLE AM BLUEWATER CREEK (nach John Gay) inszenierte Veth 1965 in ästhetisch überzeugender Weise während seines Engagements als Schauspieldirektor in Halle. Die Aufführung nutzte für die Spielsituationen souverän das Bühnenbild von Karl von Appen, das auf einem Zylinder, der die ganze Drehbühne einnahm, eine gemalte szenische Landschaft vorgab. In Potsdam brachte Veth mit ADAM UND EVA ein weiteres Hacks-Stück auf die Bühne. Während seiner langjährigen Arbeit beim Fernsehen der DDR fielen Vorschläge des Regisseurs zu Hacks-Projekten nicht auf fruchtbaren Boden. Hingegen konnte Prof. Veth in seiner Tätigkeit als Schauspiellehrer wiederholt Hacks-Szenen erarbeiten: an der Berliner Ernst-Busch-Schule und am Mozarteum in Salzburg. Er unterrichtete auch an der Yale University. Von 1987-1992 war Kurt Veth Rektor an der Hochschule für Schauspielkunst »Ernst Busch«.

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Lesung & Gespräch

Kategorie: 2010, Veranstaltungen

26.04.2010, Montag, 19.00 Uhr

Jenny Erpenbeck

liest aus ihrem Roman “Heimsuchung”

Ein Haus an einem märkischen See ist das Zentrum, fünfzehn Lebensläufe, Geschichten, Schicksale von den Zwanzigerjahren bis heute ranken sich darum. Das Haus und seine Bewohner erleben die Weimarer Republik, das Dritte Reich, den Krieg und dessen Ende, die DDR, die Wende und die Zeit der Nachwende. Jedem einzelnen Schicksal gibt Jenny Erpenbeck eine eigene literarische Form, jedes entfaltet auf ganz eigene Weise seine Dramatik, seine Tragik, sein Glück. Alle zusammen bilden eine Art kollektives literarisches Gedächtnis des letzten Jahrhunderts, geformt in einer Literatur, die nicht nur großartige Sätze und Bilder zu bieten hat, sondern die auch Wunden reißt, verstört, beglückt, verunsichert und versöhnt. Eichborn, 2008
Jenny Erpenbeck wurde 1967 in eine Berliner Schriftstellerdynastie geboren. Ihre Großmutter Hedda Zinna schrieb Romane, ihr Großvater Fritz Erpenbeck war Krimiautor und gründete die Zeitschrift “Theater der Zeit”. Ihr Vater John Erpenbeck ist ein bekannter Physiker, Philosoph, Psychologe und Romanautor, und ihre Mutter Doris Kilias arbeitet als Übersetzerin. Nach einer Buchbinderlehre und Tätigkeiten als Requisiteuse und Ankleiderin an der Staatsoper Berlin studierte Jenny Erpenbeck in Berlin Theaterwissenschaften und Musiktheaterregie, u.a. bei Peter Konwitschny, Ruth Berghaus, Werner Herzog und Heiner Müller. Seit 1991 arbeitete sie zunächst als Regieassistentin und inszenierte danach Aufführungen für Oper und Musiktheater in Berlin und Graz. Sie lebt als freie Autorin und Regisseurin in Berlin.
Veranstaltung in Zusammenarbeit mit “Galerie Gespräche”.
Eintritt: 4,00/erm. 3,00 €

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